Projekt Mentoring

 

Meine Tätigkeit als Mentor im Jahr 2013

Im Verlauf meiner 2-jährigen Betreuungstätigkeit hat sich B. erfreulich positiv entwickelt. Dies bezieht sich nicht nur auf ihre schulischen Leistungen (sie besucht derzeit
die 9. Klasse der Mittelschule in Markt Schwaben) sondern auch auf unser persönliches Verhältnis miteinander. War sie im ersten Jahr meiner Betreuung noch sehr zurückhaltend und reserviert (tlw. mußte man ihr die Sätze buchstäblich "aus der Nase ziehen"), so ist sie inzwischen sehr offen, mitteilsam und natürlich geworden,
so wie man es von Jugendlichen ihres Alters erwartet (B. ist inzwischen 15 Jahre alt). Auch in der Schule macht sie gute Fortschritte: das Abschlußzeugnis der 8. Klasse
ist vom Notendurchschnitt her betrachtet zwar ähnlich wie das der 7. Klasse (Notendurchschnitt 3), jedoch hat sich ihre schriftliche Beurteilung durchaus gebessert: "... zuverlässig, selbständig und sorgfältig fertigte A. Schriftliches an... besonders hervorzuheben ist ihre Fähigkeit, sich sprachlich gewandt und präzise auszudrücken."

Um diese positive Entwicklung zu fördern, hat zu Beginn diese Jahres eine andere Mentorin ca. 1 Monat lang mit ihr Übungen zur Konzentration, Bewegungskoordination und geistigen Beweglichkeit durchgeführt. Diese Übungen haben B. viel Spaß gemacht, und sie hat immer gern und fröhlich teilgenommen (tlw. habe ich auch an diesen Übungen mitgewirkt). Im Laufe der Zeit hat sie dann auch (zumindest in einigen Fächern) bessere Noten bei den Klassenarbeiten erreicht als früher. Ich merke auch,
dass das Lob, welches ich ihr dann konsequent ausspreche, sie durchaus motiviert.

In der 8. Klasse müssen die Schüler 2-wöchige Praktika in der Industrie/im Handwerk ableisten, um zumindest vordergründig einen Einblick in den Berufsalltag zu gewinnen, aber auch, um sich darüber klar zu werden, welchen Beruf sie selbst einmal ergreifen möchten. Wohl ausgelöst durch die Beschäftigung mit ihrem Computer daheim hatte B. den Wunsch, nach der Schulausbildung eine Tätigkeit in der IT-Branche auszuüben (eine konkrete Berufsvorstellung hatte sie noch nicht). Ich habe mich daraufhin mit dem für unsere Mentorentätigkeit zuständigen Ansprechpartner der Rotarier in Verbindung gesetzt, der es dann ermöglicht hat, dass sie bei einer Werbefirma in München dieses Praktikum absolvieren konnte. Es hat ihr sehr gut gefallen dort, was sie auch durch ein nachträgliches Dankschreiben an diese Firma zum Ausdruck brachte.

Im 1. Halbjahr der 9. Klasse sind ihre schulischen Leistungen leider wieder etwas schwächer geworden, was ich primär auf mangelnde Konzentration bei den jeweiligen Klassenarbeiten zurückführe, denn immer, wenn wir diese schriftlichen Arbeiten bei unseren Treffen nachbesprechen, hat sie in den meisten Fällen auch die korrekten Lösungen parat, bzw. weiß, welche Fehler sie gemacht hat. Trotz wiederholten Nachfragens konnte sie mir noch nicht erklären, woran diese Konzentrationsschwäche liegt. Ursprünglich hatte ich mit B. zusammen geplant, dass sie, basierend auf ihren bisherigen guten Schulleistungen, ihre Schulausbildung bis zur Mittleren Reife fortsetzt. Dieses Ziel haben wir auch weiterhin, jedoch ist es sicher vernünftig, auch für den Fall zu planen, wenn die Noten ihres Qualifizierenden Hauptschulabschlusses am Ende der 9. Klasse eine weiterführende Ausbildung nicht zulassen. Da sie inzwischen eine Ausbildung im IT-Bereich nicht mehr favorisiert, weil sie ihr als zu schwierig erscheint, möchte sie nun eine Lehre als Bürokauffrau absolvieren. Falls also ihre Quali-Noten für den M-Zweig nicht ausreichen sollten, bereitet sie z.Z. Bewerbungsschreiben an Firmen mit diesem Ausbildungsangebot vor. Ich habe ihr eine Reihe von Lehrstellenangeboten von Firmen aus dem Münchner Raum aus dem Internet ausgedruckt und außerdem wieder unseren Ansprechpartner von den Rotariern kontaktiert mit der Bitte, aus diesem Kreis mir Firmen mit entsprechenden Angeboten zu nennen, sodass
sie sich dann die Firmen heraussuchen kann, die ihr am sympatischsten sind. Inzwischen schreibt B. ihre ersten Bewerbungsschreiben, die wir dann bei unseren
nächsten Treffen besprechen und ggf. überarbeiten werden.
Für B. bin ich sehr zuversichtlich, dass sie ihre Ausbildung planmäßig fortsetzen wird, und ich freue mich darauf, sie weiterhin in diesem Lebensabschnitt begleiten zu können.

Mentor 8.12.2013