Wir über uns - DIE AWO IM LANDKREIS EBERSBERG

 

Der ehrenamtliche Vorstand stellt sich vor

Vorstandsbild

Anton Richter bleibt Vorsitzender der Ebersberger AWO

Im generationsübergreifenden „Offenen Haus der AWO“ (OHA) in Vaterstetten fand die im Turnus von vier Jahren stattfindende Kreiskonferenz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ebersberg mit Vorstandswahlen statt. Da der Kreisverband Träger von zahlreichen Einrichtungen im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe ist, hätte der Rahmen nicht passender sein können. Zum Vorsitzenden wurde erneut Anton Richter gewählt, der damit seit 1989 in diesem Amt ehrenamtlich tätig ist.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Anton Richter, sprach Peter Dingler, Bezirksvorstandsmitglied der AWO Oberbayern, ein Grußwort. Er fühlte sich in dem Mehrgenerationenhaus heimisch und war begeistert, was aus dem ehemaligen Jugendzentrum, das er noch aus seiner Zeit als Vaterstettener Bürgermeister kannte, geworden ist. Er hob hervor, dass eine der Fähigkeiten der AWO seit 1919 sei, das Ehrenamt in den Mittelpunkt zu rücken. So seien auch alle Mitglieder des Bezirksvorstandes seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv. Da der Bezirksverband Oberbayern mit seinen 120 Einrichtungen im Unternehmensbereich mittlerweile auf 131 Millionen herangewachsen sei, habe der ehrenamtliche Einsatz aber seine Grenzen erreicht. Daher werde der Bezirksverband auf seiner Bezirkskonferenz am 9. Juli 2016 in Altötting auf ein Präsidiumsmodell umstellen. Deshalb sei er derzeit auf vielen Kreiskonferenzen in ganz Oberbayern vertreten sei, um über die Umstrukturierung zu informieren. „Durch die Umstellung auf ein Präsidiumsmodell fällt die Doppelfunktion des Bezirksvorstandes, auf der einen Seite die Exekutive und auf der anderen Seite die Aufsicht, weg. Denn aus dem bisherigen ehrenamtlichen Bezirksvorstand wird ein ehrenamtliches Aufsichtsgremium und das operative Geschäft wird eine hauptamtliche Geschäftsführung übernehmen, die vom neuen Präsidium gewählt wird“, sagte Peter Dingler über das Präsidiumsmodell.
Auch auf die sinkende Zahl der AWO-Mitglieder ging er ein. Denn die AWO habe bundesweit in den letzten vier Jahren rund 20.000 Mitglieder verloren, was hauptsächlich altersbedingt sei. Es sei notwendig, dass die AWO wieder neue und jüngere Mitglieder gewinne, damit die AWO als Sprachrohr für die Ärmsten in unserer Gesellschaft ein starker Wohlfahrtsverband bleibe. Zudem seien die Ehrenamtlichen für die AWO bedeutend, damit auch in Zukunft die vielen sozialen Angebote durchgeführt werden können. Er freue sich, dass sich die AWO auch im Flüchtlingsbereich stark engagiere. Fast alle oberbayerischen AWO Gliederungen versuchen mit einer guten Willkommenskultur und Willkommensstruktur den geflüchteten Menschen zu helfen, sagte Peter Dingler anerkennend.
Dann spannte er einen Bogen zu dem bevorstehenden 100-jährigen Jubiläum der Arbeiterwohlfahrt, die 1919 von Marie Juchacz gegründet wurde. „Sie war nicht nur Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht in Deutschland, sondern die erste Frau, die im ersten frei gewählten deutschen Parlament in Weimar eine denkwürdige und damals viel beachtete Rede hielt. Ihre Begrüßungsformel ‚Meine Herren und Damen‘ löste damals im Reichstag Heiterkeit aus“, sagte Peter Dingler rückblickend.
Er informierte darüber, dass zu Ehren der AWO-Gründerin zur 100-Jahr-Feier im Jahr 2019 ein Marie Juchacz-Denkmal aufgestellt werden soll. Auch werde es im Jubiläumsjahr ein neues Grundsatzprogramm der AWO geben, für das derzeit eine spannende Diskussion laufe, bei der jeder mitdiskutieren kann, da es im Internet aufrufbar sei.
Abschließend übermittelte Peter Dingler Grüße und den Dank des gesamten Bezirksvorstandes für die beachtliche ehrenamtliche und hauptamtliche Arbeit im Landkreis Ebersberg und wünschte der Kreiskonferenz einen guten Verlauf.

Danach erläuterte Kreisvorsitzender Anton Richter in seinem Rechenschaftsbericht ausführlich über die Aktivitäten des Kreisverbandes. Er blickte auf das Jahr 1986 zurück, wo die Ebersberger AWO mit der Einrichtung eines Ambulanten Pflegedienstes begann. Seit dieser Zeit seien im Landkreis die AWO Einrichtungen stetig gewachsen und sie laufen erfolgreich, sagte Anton Richter stolz.
So werden derzeit etwa 1.700 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren in mehreren Kinderhäusern, Kinderhorten und Kindergärten und mit Angeboten in verschiedenen Schulen betreut.
Er sei dankbar, dass er seit Jahren auf ein erfahrenes und sehr engagiertes Vorstandsteam sowie auf eine professionell geführte Geschäftsstelle zurückgreifen kann, sagte Richter. Mittlerweile ist der Kreisverband mit seinen zahlreichen Angeboten für Kinderbetreuungseinrichtungen, einem Ambulanten Dienst mit Essen auf Rädern und einer Offenen Behindertenarbeit als Arbeitgeber für 448 Mitarbeiter verantwortlich, von denen 257 in Vollzeit beschäftigt sind, die alle nach dem AWO-Tarif bezahlt werden. Zudem findet mit drei korporativen Mitgliedern, einem Betreuungsverein und 2 Kinderhäusern, ein regelmäßiger Austausch statt.

Den Bericht von Anton Richter ergänzte die Geschäftsführerin des Kreisverbandes, Ulrike Bittner, mit detailliertem Zahlenmaterial aus dem Jahresabschluss 2015, der ein Umsatzvolumen von rund 14 Millionen Umsatz aufweist.
Zur Mitgliederstruktur des Kreisverbandes mit seinen acht Ortsvereinen sagte die Geschäftsführerin, dass es im Jahr 2011 noch 793 Mitglieder gab und 2015 konnten nur noch 661 gezählt werden. Davon seien viele verstorben, aber auch aus persönlichen, gesundheitlichen und finanziellen Gründen ausgetreten. Für sie sei es aber auch wichtig, Nicht-Mitglieder für neue Projekte und bürgerschaftliches Engagement zu gewinnen. Denn auch diese zählen für sie zu AWO-Mitgliedern.
Vor allem in der Kooperation von Haupt- und Ehrenamt sieht Bittner eine Chance für die AWO, selbst wenn die Zahl der Mitglieder im Landkreis Ebersberg wie andernorts abnimmt. So engagieren sich in der Einrichtung Offene Behindertenarbeit neben den Hauptamtlichen auch viele Ehrenamtliche. Sie betreuen Menschen mit Behinderung im häuslichen Umfeld, organisieren Freizeitaktivitäten, fahren Kindergartenkinder zu Deutschkursen in Schulen, unterstützen die Hausaufgabenbetreuung im Kinderhort oder begleiten Jugendliche durch Mentoring-Projekte beim Übergang von Schule und Beruf. Im Gegenzug treten die Kindergartenkinder wiederum bei Veranstaltungen der Ortsvereine auf, freute sich Ulrike Bittner über den Austausch zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen.

Nach dem Revisionsbericht von Armin Richter, der Bestätigung einer einwandfreien Finanzführung und die Entlastung des Kreisvorstandes, folgten die Neuwahlen. Die Wahlleitung übernahm Peter Meier, Ortsvereinsvorsitzender der AWO Poing. Die Wahlen erbrachten folgende Zusammensetzung:
Vorsitzender bleibt Anton Richter, seine Stellvertreter sind Peter Dingler und Georg Hohmann. Als Beisitzer wurden Simone Rohrer, Karin Scharl und Jürgen Schäpe gewählt und die Revisoren sind Armin Richter, Gerald Fuchs und Roland Podehl.

Regina Besch